Literatur im Volkspark

Achtung: +++Die Lesung von Eva Menasse am 1. Dezember wird mit der 2G-Regel umgesetzt, zudem ist auch am Platz eine FFP2-Maske zu tragen.+++



Alexander Osang liest aus „Fast hell“
Dienstag, 2. November 2021, 19.30 Uhr
Begrüßung: Prof. Dieter Hofmann, Rektor Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
Dr. Judith Marquardt, Beigeordnete für Kultur und Sport der Stadt Halle (Saale)
Moderation: Doris Sossenheimer, Dramaturgin

Uwe kennt er schon lange, bevor Alexander Osang beschließt, seine Geschichte aufzuschreiben. Sie treffen sich auf einer Fähre nach St. Petersburg und ein Roadmovie beginnt. In weißen Nächten erzählt Uwe aus einem ostdeutschen Leben auf allen Kontinenten, unter chinesischen Schmugglern, russischen Tänzern, Friedrichshainer Prostituierten, an der Wallstreet und in einem Biesdorfer Garten. Doch während sich Uwes Geschichte immer mehr aufzulösen scheint, beginnt für Alexander Osang eine Reise zu sich selbst. Lakonisch und temporeich erzählt er von Zeiten des Umbruchs und wie sich das Leben in der Erinnerung zu einer Erzählung verdichtet, bei der die Wahrheit vielleicht nur die geringste Rolle spielt.

Alexander Osang, *1962 in Berlin, wo er heute wieder lebt, studierte in Leipzig, arbeitete als Chefreporter der Berliner Zeitung. Für den Spiegel berichtete er acht Jahre aus New York und zwei aus Tel Aviv. Seine Spiegel-Kolumne „Leitkultur“ ist Kult. Für seine Reportagen wurde er mehrfach ausgezeichnet. Zuletzt erschien der Roman „Die Leben der Elena Silber“, der für den Deutschen Buchpreis nominiert war.

Friedrich von Borries liest aus „Fest der Folgenlosigkeit“
Montag, 8. November 2021, 19.30 Uhr
Moderation: Anna Gröger und Katharina Mludeck, Studierende der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Die Lesung wurde auch in Zusammenarbeit mit ihnen konzipiert.

Kein Handeln ohne Folgen. Der Kurator Florian soll ein Museum für ökologische Kunst entwickeln. Doch wie sieht ein Leben aus, das – im ökologischen Sinne – folgenlos bleibt? Dieses Projekt bringt ihn mit der Künstlerin Lisa zusammen, dem radikalen Öko-Aktivisten John, dem Flüchtling Issa, der Florians Selbstgewissheiten hinterfragt, der frustrierten PR-Frau Suzanna und dem Bergmann Ronald, der sich um seinen Arbeitsplatz sorgt. Selbstüberschätzung trifft auf Lebensangst, Verzweiflung auf Hoffnung, Aktivismus auf Gewalt. Unerwartete Beziehungen entstehen, die im „Fest der Folgenlosigkeit“ ihren explosiven Höhepunkt finden. Es geht um Natur, Umwelt, Kunst, Eitelkeiten und unsere eigenen Widersprüchlichkeiten.

Friedrich von Borries, *1974 in Berlin, ist Architekt, Professor für Designtheorie und kuratorische Praxis an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg, forscht zum Verhältnis Stadtentwicklung, Architektur, Design und Kunst, wobei die Beziehung von Gestaltung zur gesellschaftlicher Entwicklung im Mittelpunkt steht.


Ulrike Jänichen liest aus „Zug der Fische“
Dienstag, 9. November 2021, 10 Uhr, für Kinder ab 6 Jahre

Marika lebt bei ihrer Großmutter in einem kleinen ukrainischen Dorf. Im Sommer sammelt sie Blaubeeren und verkauft sie auf dem Markt. Am meisten fehlen ihr die Eltern, die in Westeuropa arbeiten und immer wieder Geld schicken, damit es ihr gut geht. Die Briefe der Mutter sind ihr einziger Schatz, denn sie müssen das Wiedersehen ersetzen. Marika ist eines von den osteuropäischen Kindern, die seit der Öffnung des europäischen Arbeitsmarktes ohne ihre Eltern aufwachsen. Ulrike Jänichen zeichnet poetische Bilder, die es Kindern und Erwachsenen möglich macht, über dieses Thema ins Gespräch zu kommen.

Ulrike Jänichen, *1976 in Dresden, studierte an der BURG und arbeitet als freie Grafikerin in Halle. „Zug der Fische“ ist ihr zweites Bilderbuch mit Yaroslava Black. Für ihre Illustrationen wurde sie mit dem Hamburger Bilderbuchpreis 2019 ausgezeichnet.


Hans-Ulrich Treichel liest aus „Schöner denn je“
Donnerstag, 18. November 2021, 19.30 Uhr
Moderation: André Schinkel, Autor

Andreas beneidet Erik, früher um seine guten Noten, die Beliebtheit bei Mädchen, seine lässige Eleganz. Auch 20 Jahre später ist Erik der Bessere. Als sie sich wiederbegegnen, ist aus Andreas ein Romanist in der Lehrerfortbildung geworden, während Erik es als Filmarchitekt in die glamouröse Welt Hollywoods und in die Nähe bekannter Filmstars geschafft hat – zum Beispiel Hélènes, einer weltberühmten Schauspielerin, für die wiederum Andreas sein Leben lang geschwärmt hat. In seinem schillernden Roman lässt Hans-Ulrich Treichel mit liebevoller Ironie seinen sehnsüchtig zaudernden Helden durch das ummauerte Westberlin streifen – einen Melancholiker, der wenig später das tut, wovon er eben noch behauptet hat, es besser bleiben zu lassen.

Hans-Ulrich Treichel, *1952, lebt in Berlin und Leipzig. 1995–2018 war er Professor am Deutschen Literaturinstitut der Universität Leipzig. Er schreibt Lyrik, Erzählungen und Romane, Essays sowie Libretti u.a. in Zusammenarbeit mit dem Komponisten Hans Werner Henze.


Ulrike Draesner liest aus „Schwitters“
Dienstag, 23. November 2021, 19.30 Uhr
Moderation: Doris Sossenheimer, Dramaturgin

Wie beginnt man eine Zukunft, die eigentlich schon aufgehört hat? Kurt Schwitters, Schriftsteller, bildender Künstler und einer der maßgeb¬lichen Dadaisten, war 49 Jahre alt, als er 1937 vor den Nationalsozialisten aus Hannover floh. Sein Erfolg, Werk, Besitz, seine Frau und Familie bleiben zurück. Norwegen, London und schließlich das nordenglische Lake District waren die Orte seines Exils. Ulrike Draesner zeichnet Schwitters Weg bis zu seinem letzten großen Kunstwerk nach, dem dritten Merzbau. Hier hat er eine Möglichkeit gefunden, um Himmel und Heiterkeit, das Funkeln der Wiesen und die Durch¬sichtigkeit der Luft einzufangen. Der Roman, eine virtuose Mischung aus Fakten und Fiktion, erzählt von Flucht, Exil und den Fragen: Wie entsteht Kunst, was vermag sie? Wie lassen sich künstlerische Prozesse in Sprache übersetzen?

Ulrike Draesner, *1962 in München, schreibt Romane, Erzählungen, Essays und Lyrik. Für ihr Werk wurde sie mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Bayerischen Literaturpreis 2020. 2015–2017 lehrte sie an der Universität Oxford, seit 2018 ist sie Professorin am Deutschen Literaturinstitut der Universität Leipzig.


Eva Menasse liest aus „Dunkelblum“
Mittwoch, 1. Dezember 2021, 19.30 Uhr
Achtung: +++Die Lesung von Eva Menasse wird mit der 2G-Regel umgesetzt, zudem ist auch am Platz eine FFP2-Maske zu tragen.+++
Moderation: Doris Sossenheimer, Dramaturgin

Jeder schweigt von etwas anderem. Dunkelblum scheint eine Kleinstadt wie jede andere zu sein. Doch hinter der Fassade der österreichischen Gemeinde verbirgt sich die Geschichte eines alten Verbrechens. Das Wissen darüber verbindet die älteren Dunkelblumer seit Jahrzehnten – genauso wie ihr Schweigen über Tat und Täter. Im Jahr 1989, während hinter der nahegelegenen Grenze zu Ungarn bereits Hunderte DDR-Flüchtlinge warten, trifft ein rätselhafter Besucher in der Stadt ein. Plötzlich geraten die Dinge in Bewegung. Spuren tauchen auf und konfrontieren die Dunkelblumer mit einer Vergangenheit, die abgeschlossen schien. In ihrem neuen Roman entwirft die Autorin ein großes Geschichtspanorama und erzählt spannend, finster, aber auch komisch vom Umgang mit Traumata und historischer Schuld.

Eva Menasse, *1970 in Wien, debütierte 2005 mit dem Familienroman „Vienna“. Es folgten Romane und Erzählungen, die vielfach ausgezeichnet wurden, zuletzt „Tiere für Fortgeschrittene“. Eva Menasse schreibt neben Prosa auch Essays, dafür erhielt sie 2019 den Ludwig-Börne-Preis.


Weitere Informationen
Parallel zur Lesereihe findet vom 25.11. bis 13.1. die Ausstellung „Inside Out – Klasse Caroline Achaintre“ in der Burg Galerie im Volkspark statt.

Ort
Volkspark Halle
Schleifweg 8a, 06114 Halle (Saale)
Barbetrieb mit Getränkeangebot ab 19 Uhr
Büchertisch der Buchhandlung Jacobi & Müller

Eintritt
5 Euro, Burg-Studierende und Auszubildende der BURG sowie der Stadt Halle Eintritt frei
Kinder-Lesung am 9. November Eintritt frei
Reservierung unter literatur@burg-halle.de

Aufgrund der aktuellen Situation gilt die 2G-Regel, zudem ist auch am Platz eine FFP2-Maske zu tragen, auch werden Ihre Kontaktdaten erfasst.
Falls „Literatur im Volkspark“ aufgrund kurzfristiger Corona-Verordnungen nicht mit Publikum stattfinden kann, ist geplant die Lesungen live unter www.burg-halle.de zu streamen.

Programm
Doris Sossenheimer, Detlef Stallbaum

Veranstalter: Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, Stadt Halle (Saale), Volkspark Halle e.V.

Förderer: Bauverein Halle & Leuna e.G.